Deckenfluter Umbau

Hier werden Fragen zu LED-Grundlagen beantwortet...

Moderator: T.Hoffmann

doone
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Di, 01.11.11, 11:38

Hallo,

ich habe jetzt schon einige Zeit in diesem und auch anderen Foren herumgestöbert und möchte demnächst meinen Deckenfluter auf LED umbauen. Sehr gut gefällt mir z. B. diese Lösung hier: viewtopic.php?f=28&t=13027&hilit=deckenfluter

Jedoch möchte ich bei meinem Umbau noch ein paar andere Dinge realisieren und eine möglichst effiziente Lösung finden.

Wichtig sind mir:
- Effizienz
- Dauerbelastbarkeit
- Kosten (<100€)
- Dimmbarkeit
- angenehme Lichtfarbe
- Helligkeit mit 300W Halogenstab vergleichbar

Ich verfüge über ausreichende Elektronik - Kenntnisse und besitze auch Lochrasterplatinen, Multimeter, Lötstation usw.. Bisher habe ich mich aber noch nicht sonderlich ausführlich mit LED`s beschäftigt.

Bisher sieht mein Plan in etwa so aus:
- Netzteil mit Gleichrichter mit etwa 10% mehr Ausgangsspannung und Leistung als erforderlich organisieren (evtl. gebrauchtes Laptop Netzteil, da die ja recht effizient sein sollen)
- Konstantstromquelle, über PWM Regelbar (z. B. sowas: viewtopic.php?f=28&t=13027&hilit=deckenfluter, gerne aber auch Eigenbau wenn mir bei der Dimensionierung und Auswahl einer geeigneten Schaltung geholfen wird)
- PWM Dimmer, der die Konstantstromquelle ansteuert
- warmweiße High - Power LED`s oder Chip on board LED`s verbauen. Hier ist wohl am meisten zu beachten.

Die Ansteuerung soll in einer Separaten Box untergebracht und die Kabel die im Deckenfluter bereits vorhanden sind verwendet werden.

Bisher habe ich folgende LED`s ins Auge gefasst, da sie in sachen Effizienz und Preis/Leistung relativ gut erscheinen:
- http://www.leds.de/High-Power-LEDs/Chip ... ED-6W.html (geringe Leistung, mindestens 4? Stück für ausreichende Beleuchtung erforderlich)
- http://www.leds.de/High-Power-LEDs/Chip ... 600lm.html (hohe Spannung, schlecht Effizienz bei hohem Strom)
- http://www.leds.de/High-Power-LEDs/Chip ... Lumen.html (evtl. mit 1400mA KSQ betreibbar?)

ich wäre aber auch bereit, mit Einzel-LED`s zu arbeiten, ich denke dies wäre evtl. auch von Vorteil, da ich die Spots besser verteilen und somit eine gleichmäßigere Ausleuchtung erzielen könnte... Gerade Preis/Leistung sollte ja bei einzel LED`s besser sein... Als Kühlkörper könnte man ja evtl. einen massiven, oben leicht abgerundeten Metallblock verwenden, auf den die LEDs mit WLK aufgeklebt werden, so würden sich die Lichtpunkte verteilen.

Leider sind sehr viele Faktoren zu beachten und ich tue mich sehr schwer die ideale Lösung zu finden. Daher hoffe ich auf Anregungen hier im Thread.

Vielen Dank im Voraus,

doone
ustoni
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Di, 01.11.11, 12:11

Eine recht effiziente Lösung wäre diese:

16 x Samsung 3535 LED in 2 Gruppen zu je 8 Stück in Reihe geschaltet:

http://www.leds.de/High-Power-LEDs/Sams ... -oxid.html

Die LEDs mit 2 Meanwellkonstantstromquellen Typ PCD-25-700 betreiben (gibts hier im Shop nicht, deshalb nach der Bezeichnung googeln, kosten je knapp unter 20€).
Die lassen sich mit einem normalen Phasenanschnitt- oder Phasenabschnittdimmer zwischen 0 und 700 mA regeln.

Zur Kühlung einen Kühlkörper mit max. 1,3 K/W (besser weniger) verwenden. Eine gerundete Metalloberfläche ist nicht nötig und erzeugt einen schlechten Wärmeübergang. Die LEDs haben einen Abstrahlwinkel von 125 Grad.

Den Wirkungsgrad der Konstantstromquellen mit berechnet ergibt sich eine Leistungsaufnahme von ca. 46 W, eine Effizienz von 92 lm/W und ein Lichtstrom von 4250 Lumen.

Kosten: ca. 140 €
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Beatbuzzer
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Di, 01.11.11, 12:28

Alle deine Punkte zu 100% erfüllen, wird nicht klappen. Der Punkt mit den <100€ wird allen anderen zusammen den Strich durch die Rechnung machen.

Für einen nackten 300W Halogenstab musst du schon mit ungefähr 6500 lm rechnen. Dabei wird eventuell der Reflektor in der Lampe noch ein bisschen nehmen, also 5500-6000 lm sind für einen vollwetigen Ersatz bei gleicher Lichtfarbe (3000K) schon anzusetzen.

Zur Kühlung braucht es nicht nur einen massiven Block, sondern eine große Oberfläche. Die erreicht man durch Rippen, welche idealerweise bei einem Deckenfluter an der Unterseite sein könnten. Die Luft kann dann um die Halbschale nach oben steigen.
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Di, 01.11.11, 12:42

@ ustoni: Vielen Dank für Deine Antwort.

Leider sind mir noch ein paar Dinge nicht ganz klar: Du schlägst mir eine KSQ mit 700mA vor, jedoch haben die LED`s in warmweiß erst bei 1500mA die volle Lichtausbeute. Zudem frage ich mich, ob eine PWM Dimmung nicht sinnvoller wäre, da die Lichtfarbe auch bei geringer Leuchtstärke gleich bliebe und außerdem habe ich einmal gehört, dass subjektiv kaum ein Unterschied zu Dauerbestromung feststellbar ist, wenn eine PWM auf ca. 70% läuft, was ja ein zusätzliches Energieeinsparungspotential wäre?
Ansonsten klingt das Ganze schon recht interessant, ist aber doch noch etwas über meinem Budget...

Edit:
Die Effizienz der Samsung LED`s ist natürlich schon außergewöhnlich und auch die LED Stromversorgung scheint in Sachen Effizienz ganz weit vorne zu sein, da ist dann doch wieder fraglich, ob Netzteil + KSQ + PWM effizienter sein kann...

@ Beatbuzzer: auch Dir vielen Dank, dass das Ganze nicht so einfach wird, ist mir klar.. Darum habe ich mein Problem ja auch hier im Forum gepostet, in der Hoffnung dass man gemeinsam auf eine Lösung, ggf. auch einen akzeptablen Mittelweg, kommt...

Das mit der Kühlung ist mir durchaus bewusst. Der umzubauende Deckenfluter hat oben eine Edelstahlschüssel mit ca. 30cm Durchmesser, darin könnte man einiges an Material unterbringen und eventuell auch auf einer Seite Schlitze hinein schneiden, um die Zirkulation der Luft zu verbessern... Zur Not wäre auch der Einsatz eines langsam drehenden Lüfters (12cm @ 500rpm) möglich...
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Di, 01.11.11, 13:03

Ich empfehle Dir 3 Stück Cree CXA2011, wenn Du mit etwas weniger Licht als 300W Halogen auskommst reichen auch 2, dann kann man evtl. <100€ bleiben (alle anderen LEDs kommen allein aus Kostengründen schon nicht in Frage).

PWM Duty-Cycle von 70% ggü. 100% nimmt man schon wahr, aber man gewöhnt sich eben an die geringere Helligkeit. Mehr Sparpotential hast Du, wenn Du 70% des Max-Stroms ungepulst auf die LED gibst, da die Effizienz der LED dann steigt.
ustoni
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Di, 01.11.11, 13:08

Eben wegen der Effizienz des Fluters hatte ich einen Strom von 700 mA vorgeschlagen.

Alternative z.B.:

10 x Samsung 3535, je 5 in Reihe
2 x Meanwellkonstantstromquelle PCD-25-1400B (1400 mA, phasenan- abschnittdimmbar)
1 x Kühlkörper max. 1 K/W

Die Kosten sinken dann auf ca. 110 €, die Daten sind dann allerdings auch schlechter:

Leistungsaufnahme: ca. 60 W, Effizienz nur noch knapp 70 lm/W, Lichtstrom: ca. 4150 Lumen
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Di, 01.11.11, 13:33

@cri.. Nun, die Crees haben aber dann doch einen schlechteren wirkungsgrad lm/w als die samsung, wie soll das effizienter als die Samsungs werden? zudem wüsste ich nicht wo ich eine passende KSQ mit Dimmung her bekäme?

Das mit 70% des Stromes an der PWM vorbei klingt interessant, jedoch stellt sich mir hier auch wieder die Frage, mit welchem Dimmer das realisiert werden könnte, denke mal das ist recht aufwändig und teuer..

Belehre mich gerne eines besseren, ich würde das Ganze auch selbst auf Platine aufbauen, wenn mir jemand einen Schaltplan mit Bauteilliste zur Verfügung stellt. Jedoch nur wenn das auch einen Entscheidenden Vorteil bringt, nicht um 2€ zu sparen..


@ ustoni

Das mit der Effizienz ist natürlich auch ein Argument... Habe leider im Datenblatt keinen Graphen zur Abhängigkeit der Effizienz von der Stromstärke gefunden... Wichtig wäre mir auch eine relativ hohe Effizienz im gedimmten Zustand, da die Lampe vermutlich über die Hälfte der Zeit auf maximal halbe Leistung gedimmt sein wird.

Edit:
Was denkt ihr, kann man 4 3535er LED`s auf diesen Kühlkörpern ausreichend kühlen?
http://www.mts-shop.eu/Komponenten/Geha ... r=geizhals
ustoni
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Di, 01.11.11, 13:51

Den Graphen findest Du auf Seite 6 im Datenblatt:
Flux.jpg
Die Angaben im Datenblatt beziehen sich auf den Sollstrom von 350 mA. Der dabei erzeugte Lichtstrom entspricht normalisiert der 1. Beispiel: Bei 1,4 A, also dem 4fachen Sollstrom, wird ca. der 3,1fache Lichtstrom bezogen auf 350 mA erzeugt.

Ebenfalls auf Seite 6 findest Du einen Graphen, der die Farbänderung über dem LED-Strom zeigt:
Colour.jpg
Die zu erwartende Farbänderung bei diesen LEDs ist also auch bei analoger Stromregelung minimal.

Edit:
Zum Kühlkörper fehlt die Angabe des Wärmewiderstands, daher kann man hier keine verläßliche Aussage treffen.
doone
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Di, 01.11.11, 14:16

Vielen Dank für die hilfreiche Erklärung!

So, jetzt bin ich noch auf der Suche nach einer passenden Kühllösung... Ich könnte mir evtl. bei uns in der Firma etwas drehen/fräsen lassen.. Wobei ich ehrlich gesagt gerade überlege, ob ich nicht eine neue Deckenlampe aus dem Ganzen mache, wo die einzelnen LED`s justierbar sind..

Und bei der Summe die da zusammen kommt, werde ich mich auch noch mal mit den Lichtfarben beschäftigen müssen, wobei wir momentan nur Halogenspots und Energiesparlampen nutzen und LED`s soweit ich gelesen habe, mittlererweile bessere Lichtwerte haben als die ESL`s...

Eine Überlegung wäre noch, wenn ich eh schon 2 Konstantstromquellen brauche, diese mit verschiedenen LED`s auszustatten und mit getrennten Dimmern zu steuern... Z.B. ein Strang Tageslichtweiß (und möglichst hell bei maximalleistung, damit man auch im Winter mal abends Staubsaugen kann), einer Warmweiß, der dann nicht ganz so hell gehen muss, um ein gemütliches Licht für den Abend zu haben...

Hat schon jemand Erfahrung mit den 3535ern im Wohnbereich?

Tja, alles nicht so einfach :-)
Loong

Di, 01.11.11, 14:34

ustoni hat geschrieben:Die Angaben im Datenblatt beziehen sich auf den Sollstrom von 350 mA. Der dabei erzeugte Lichtstrom entspricht normalisiert der 1. Beispiel: Bei 1,4 A, also dem 4fachen Sollstrom, wird ca. der 3,1fache Lichtstrom bezogen auf 350 mA erzeugt.
Wobei man noch anmerken muß, daß auch die Vorwärtsspannung bei 1400 mA rund 10 % höher ist als bei 350 mA:
Samsung_3535_Vf.png
Samsung_3535_Vf.png (15.29 KiB) 12418 mal betrachtet
Das bedeutet, die Lichtausbeute der LED ist bei 1400 mA auf nur noch rund 70 % des 350-mA-Werts gefallen.
ustoni
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Di, 01.11.11, 14:38

Für die passende Kühllösung musst Du zunächst Deine Planung etwas konkretisieren, der erforderliche Kühlkörper hängt ja von der zu erwartenden Verlustleistung ab.

Mengenweise Kühlkörper findest Du hier:

https://www.buerklin.com/default.asp?ev ... E_hsc_3404

Als kaltweiße LEDs kannst Du auch die 3535 nehmen:

http://www.leds.de/High-Power-LEDs/Sams ... xid-1.html

Die kaltweiße Version ist noch um Einiges effizienter als die warmweiße.

Die dimmbaren KSQs von Meanwell haben einen relativ engen Ausgangsspannungsbereich:

PCD-25-700B: 24-36VDC (700 mA, mindestens 8, maximal 10 LEDs Typ 3535 in Reihe)
PCD-25-1400B: 12-18VDC (1400 mA, mindestens 4, maximal 5 LEDs Typ 3535 in Reihe)

Beim verwendeten Dimmer ist darauf zu achten, dass er mit geringen Leistungen (ca. 20 W) auskommen muss!

@Loong: Guter Einwand!
doone
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Di, 01.11.11, 15:01

Danke für den Hinweis mit dem Dimmer! dann werde ich wohl den original - deckenfluter dimmer nicht verwenden können, da mich der immer mit einem brummen bei geringer Einstellung genervt hat...

Was mich noch ein wenig abschreckt ist der schlechte cri wert der samsung leds.... wenn ich schon so viel geld in die hand nehme soll die lampe auch ein gutes licht machen, und da im winter Tageslicht bekanntlich sehr gut tut, möchte ich eigentlich ein schönes, gesundes und helles Tageslicht, dafür würde ich auch gewisse Abstriche bei der Effizienz machen..

Den 2. Kreis könnte man dann in Warmweiß gestalten, für den gemütlichen Abend, da ist die Farbwiedergabe dann wohl auch nicht soo entscheidend....

Grübel, grübel...
ustoni
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Di, 01.11.11, 15:35

Bei einem Deckenfluter würde ich den CRI-Wert nicht überbewerten. Dabei arbeitest Du ja zu 100% mit indirekter Beleuchtung da Du ja nur die Decke anstrahlst. Was Deine Decke aus der Farbwiedergabe der LEDs macht, wirst Du vorher nicht abschätzen können.
Ich würde eher überlegen, ob der kaltweiße Strang überhaupt gedimmt werden muss oder ob ein Ein-/Aus-Schalter dafür nicht ausreicht. Dann bräuchtest Du hierfür nämlich keine dimmbare Konstantstromquelle. Die nicht dimmbaren KSQs von Meanwell gibt es - preisgünstiger - noch in anderen Leistungsklassen und mit höheren Ausgangsspannungsbereichen. Damit wärst Du dann flexibler bei der Wahl der kaltweißen LEDs und deren Anzahl.
Loong

Di, 01.11.11, 15:50

Zum CRI von LEDs habe ich hier etwas geschrieben.
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Mi, 02.11.11, 09:17

Nur mal als Einwurf:

-die Cree-LED-Arrays sind bei 85°C am LED-Chip bemessen, die meisten anderen LEDs jedoch bei völlig unrealistischen 25°C am Chip --- das kann gut 20% Helligkeitsunterschied ausmachen.

-es kann gut sein, dass trotz nur 20W Leistungsaufnahme auch ein mit 80-400W spezifizierter Dimmer funktioniert, da i.d.R. spezielle Schaltungen in Triac-Dimmbaren Schaltnetzteilen vorhanden sind, die das Problem eleminieren. (da den Herstellern ja eben auch bekannt ist, dass es keine Triac-Dimmer gibt, die für <=20W spezifiziert sind)
doone
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Mi, 02.11.11, 12:48

Uff, das ist ja wieder ein Umstand, der in die Betrachtung mit eingehen sollte... Alles nicht so einfach...

Hättest Du denn auch einen Vorschlag, wie ich die CREE - Arrays ansteuern könnte? 2 weitere Faktoren schrecken mich von den Arrays ab: Die hohe temperatur die beim Array auf einen Punkt einwirkt (wohl nur mit einem aktiven CPU-Kühler lösbar) und die nicht vorhandene Möglichkeit, die Spots der einzelnen LED`s zu verteilen...

Lasse mich aber nach wie vor gerne eines besseren Belehren.

MfG
doone
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Mi, 02.11.11, 16:25

Momentan bin ich noch am foren durchforsten zum Thema Lichtqualität.. Im Winter krieg ich kaum Tageslicht ab, In der Firma Neonröhre, bis ich heim komm ist es Dunkel..
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Beatbuzzer
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Mi, 02.11.11, 17:47

doone hat geschrieben:Momentan bin ich noch am foren durchforsten zum Thema Lichtqualität.. Im Winter krieg ich kaum Tageslicht ab, In der Firma Neonröhre, bis ich heim komm ist es Dunkel..
Wenn du Tageslicht haben möchtest, dann können wir schonmal von dem Gelblicht der Glühlampen und Halogenlampen Abstand nehmen und ein frisches, sauberes weiß mit etwa 5000K ins Auge fassen. In der Region liegt die Mittagssonne auch.

Dann sind auch die Wirkungsgrade wieder besser. 4 davon z.B. wären eine gute Grundlage:
http://www.leds.de/High-Power-LEDs/Nich ... weiss.html
Wenn man die bei 450-500mA betreibt, sollte man so 100lm/W und gleichzeitig ungefähr 6000-6500lm erwarten dürfen.

Allerdings sind die 100€ dann schon mit den LEDs erschöpft...
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Fr, 04.11.11, 08:42

ich glaube die meisten werden arg erschrecken, wenn sie dann tatsächlich 6500 Lumen an Led-Lichtleistung in Aktion erleben.
ich habe gerade erst meinen deckenfluter umgebaut und habe dafür 5 cree xm-l stars benutzt. damit komme ich wohl auf etwa 2000Lumen und das Licht reicht mir in jeder Situation dicke.
Die doppelte Lichtmenge sollte selbst in großen und hohen Räumen schon ordentlich hell machen.
wenn die lichtmenge tatsächlich nicht reichen sollte, kann man ja auch einfach noch ne schippe drauf legen....beim zweiten Bauprojekt ist man meistens eh schlauer! :wink:
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Fr, 04.11.11, 09:09

Deshalb sollte man etwas derart helles IMHO immer dimmbar gestalten.
Ideal wäre ein Dimmer, der im Bereich 0..25% PWM-dimmt (Strompulse 25% des Max-Stroms) und von 25% bis 100% liear.

Grund: man hätte am Anfang des Bereichs 25-100% einen höheren Wirkungsgrad, unter 25% aber keine nennenswert veränderte Farbtemperatur/Farbwiedergabe.

Sollte ich wider erwarten der erste mit dieser Idee sein, gilt ab sofort Prior Art und das Prinzip ist damit nicht mehr patentierbar! Dies gilt auch für beliebige andere Prozentuale Abstufungen.
ustoni
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Fr, 04.11.11, 09:14

Man sollte hier auch nicht vergessen, dass das menschliche Auge logarithmisch arbeitet. Eine Verdoppelung des Lichtstroms bewirkt eine subjektive Helligkeitsänderung um den Faktor 1,3. Für eine subjektive Verdoppelung der Helligkeit ist der 7,38-fache Lichtstrom nötig.
Deshalb macht es auch keinen wirklich nennenwerten Unterschied, ob der Deckenfluter 4000 Lumen oder 6000 Lumen liefert.
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Fr, 04.11.11, 13:01

Dann rechnet mein Gehirn das weitesgehend wieder raus, ich meine schon bei ca. 3fachem Lichtstrom die doppelte Helligkeit wahrzunehmen, nicht erst bei 7fachem.

Wobei man IMHO Helligkeiten im unteren Bereich besser unterscheiden kann als hohe Helligkeiten und außerdem gewöhnt man sich an die Helligkeit, die Pupiillen passen sich an, so dass u.U. viel Licht wieder "flöten" geht...
ustoni
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Fr, 04.11.11, 13:28

Ganz genau! Das Auge verarbeitet Lichtintensitäten in einem Umfang von 1:10 Milliarden. Hinzu kommt, dass das Helligkeitsempfinden von Person zu Person unterschiedlich ist. Wie Du schon richtig gesagt hast, das Gehirn rechnet da ziemlich viel raus.

Nochmal zum Umfang: Eine klare Vollmondnacht liefert eine Beleuchtungsstärke von 0,25 lux, im Büro werden 500 lux angestrebt, ein bedeckter Wintertag hat 3500 lux, ein heller Sonnentag bis zu 100000 lux.
Auch an diesen Beispielen erkennt man, welche Rolle das Gehirn beim Helligkeitsempfinden spielt. Normalerweise empfindet man die Beleuchtung in Büroräumen eher als relativ hell. Den bedeckten Wintertag im Freien empfindet man dagegen eher als relativ dunkel.

Auch beim Farbsehen bewirkt das Gehirn einige verblüffende Effekte. Auch hierzu ein Beispiel:
Vor einigen Jahren hatt ich mein Wohnzimmer komplett in Blautönen gestrichen. Dabei hatten die Wände relativ kräftige Farben, während die Decke in einem sehr hellen blau gestrichen war. Bei künstlicher Beleuchtung abends empfand ich die Decke als weiß. Erst wenn ich ein weißes Blatt Papier gegen die Decke gehalten hatte "kippte" das Farbemfinden und die Decke erschien wieder in besagtem Blauton.

Edit:
Damals übrigens noch bei Beleuchtung mit Halogenleuchtmitteln, also bei einem relativ hohem CRI-Wert. Jetzt - umgestiegen auf LED-Beleuchtung - liegt der mittlere CRI-Wert bei 80, die Farbwiedergabe wird aber trotzdem - nicht nur von mir - als deutlich angenehmer empfunden.
doone
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Di, 08.11.11, 17:02

Hier bin ich wieder!

Erst einmal entschuldigung, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, ich war aber fleißig am grübeln...

Ich denke ich werde evtl. mehrere Projekte starten. Das erste wird wohl der Deckenfluter, den wir hauptsächlich abends benutzen. Dafür sollte wohl eine KSQ mit 8 warmweißen 3535ern reichen (wir wohnen in einer Galeriewohnung, 70qm Grundfläche, ca. 6,5m im Giebel hoch, Wohnzimmerecke wo der Deckenfluter steht ca. 25qm, leuchtet die Dachschräge an und steht in der Ecke).

Zu den LED`s: die ohne Platine sind ja doch 20% günstiger, wie könnte man die verarbeiten? Hat hier jemand erfahrung, gibts ne Anleitung oder so?

Problem: die Kühlung, ich möchte die Spots der einzelnen LED`s gerne in einem Gewissen Umfang auffächern, damit sie sich nicht überlagern, da ich denke dass das den Raum besser beleuchtet (lieber ein nicht ganz so heller, großer Spot an der Decke als ein kleiner, evt. zu greller). Dazu muss ich noch sagen, dass der Deckenfluter in der Ecke auf eine Dachschräge (weiße Rigipswand) leuchtet, die ca. mit 45° ansteigt und direkt über dem Deckenfluter einen Abstand von 40-60cm hat. Somit sollte ein Teil der Spots unbedingt relativ schräg leuchten, knapp die Neigung der Schräge halt...

Da der Deckenfluter nur sehr selten mit voller Helligkeit leuchtet, überlege ich notfalls einen Temperaturgeregelten Lüfter einzusetzen, würde aber lieber darauf verzichten. Außerdem würde ich evtl. doch die 1400mA KSQ verwenden, da ich hier mehr Reserven habe und der Fluter vermutlich nur sehr selten mit maximaler Leistung brennt (Ich schätze mal 80+% der Zeit maximal halbe Leistung (Kuschel bzw. Filmschaubeleuchtung).

Es sei denn, die Effizienz leidet sehr stark unter einer Teillast?

Am meisten Kopfzerbrechen macht mir die Kühlung, ich bräuchte eine Art flexible Konstruktion wo die einzelnen LED`s mit eigenen Kühlkörpern nach Wunsch ausgerichtet werden können und alle Kühlkörper im Luftstrom liegen. Der Lüfter sollte frühestens bei halber Leistung anspringen damit bei Stimmungslicht auch Ruhe ist. Den Temperaturfühler für die Kühlung könnte man ja an der LED befestigen, die am schlechtesten vom Luftstrom erfasst wird...

Zum Tageslicht: das wird wohl ein eigenes Projekt, in dem ich dann die 3 Deckenlampen, die wir als Hauptbeleuchtung derzeit mit Reispapier-Lampenschirmen uns ESLs nutzen, auf ähnliche Art (wenn die Kühler-Konstruktion mal steht) mit Kaltweißen LED`s die an Kühlkörpern abgehängt sind, nutzen...

Ach ja, nebenbei bastle ich auch gerade an Leuchthalsbändern für Hunde, die ich mal posten werde wenn ich fertig bin. Zum Einsatz kommt wohl ein kleiner Step Up wandler mit 9mA Konstantstrom (bei ELV gefunden, 10x20mm), 5x 5mm weiße LEDs von hier, Aquariumschlauch, transparenter Schrumpfschlauch und Taster...

Soviel zum aktuellen Stand, ich freue mich über weitere Anregungen / Diskussionen hier im Fred..

Grüße,
Doone
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Di, 08.11.11, 17:36

Mehr als 700mA würde ich den 3535 LEDs nicht zumuten. Der Wärmewiderstand von 6K/W dürfte sich auf die Version ohne Platine beziehen, also mit Platine eher bei 10K/W liegen. Die Version ohne Platine ist ohne 'Spezialausrüstung' fast nicht zu verarbeiten: Winzig, Keramik (thermisch sensibel) und nur an der Unterseite verlötbar.
Bei 0.7A und 3.4V hat die LED knapp 2.5W, also liegt die LED-Chip-Temperatur etwa 25°C oberhalb der Kühlkörpertemperatur. Damit kannst Du guten Gewissens eine Kühlkörpertemperatur von bis zu 70° haben. Wenn Du auf 1400mA hoch gehst, dann sind es 5W pro LED, um dann mit der LED-Chip-Temperatur unter 100° zu bleiben, darf der Kühlkörper nur höchstens 50°C warm werden, das sind im Sommer ggf. nur 20° mehr als die Umgebungstemperatur...
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