Aus HMI mach LED Movinghead

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Moderator: T.Hoffmann

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networker049
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Mo, 25.03.19, 21:09

Das ist zwar keine Frage oder ein Problem meiner seits, jedoch finde ich, dass es anderren evl Helfen könnte.

n Abend, ich habe ein paar alte China Wackellampen. 575hmi Spots, die ich als rechte Stromfresser sehe.
Habe mir dann so gedacht, warum neue LED Heads kaufen wenn noch welche da sind. Also war mein Projekt so
einen Movinghead Testweise umzubauen. Effektiv gab es da 2 grosse Probleme. Zum einen das richtige Leuchtmittel zu finden und zum anderren das Licht via Linsen sinnvoll zu bündeln. Nach einer Internetrecherche zum Thema Movinghead umbau blieben die Treffer eher mager oder sinnfrei. Denn nur ein 100W LED Chip für 3,5Eur rein und gut, funktioniert nicht. Auch mit verschiedenen Linsen und Reflektoren bleibt der Erfolg aus.
Also brauchte ich eine LED mit einer sehr hohen Leistungsdichte. Ich habe micht für eine 150W CST90 entschieden. Vorteil ist, das leuchtende Element ist sehr klein, ca 5x5mm und die Betriebsspannung liegt bei 12-15v. Jetzt brauchte ich noch Linsen mit einer hohen Bündelung oder Abstrahwinkel. Eh ich da etwas gefunden hatte ist viel Zeit vergangen. Habe dann eine mit 7° aus Glass gefunden. Mit dem richtigen Abstand zum Leuchtmittel und einer 2ten Linse ist die Lichtausbeute extrem.
Ein LED Chip will gut gekühlt werden und sollte nicht heisser als 90c werden. Der Kühlkörper wurde daher mit einer höchst möglichen Oberfläche gewählt. CPU Kühler eignen sich zwar gut, aber sind diese meist zu hoch duch den Lüfter.
Nachdem da so eine Lampenträger- Kühlkörper- Linsen- und Lüfter Haltekonstuktion gebasltelt wurde, war der rest recht einfach. Im Body die alte Drossel raus (manche würde das evl Trafo nenen) und ein neues chinesiches 12V Schaltnetzteil rein. Hatte noch ein 12V 250W da. Es ist denkbar besser das Netzteil nicht an der Belastungsgrenze zu fahren.
Bei dem ersten Testlauf erstmal auf Nummer sicher gehen und nur mit der halben Leistung ran. Also 75W eingestellt und immer mal die Themperatur gemessen.
Bei 110W wurde der Kühlkörper auch nicht wärmer wie 45c bei einer Raumthemperatur von ca 20c (mit Lüftern!)
Um die LED vor überhitzen zu schützen habe ich einfachhalber nur einen 80c Thermoschalter auf den Kühlkörper geschraubt, der nur die LED abschaltet bei einer Überthemperatur aber die Lüfter weiter laufen lässt. Denn, es ist gut möglich dass der Kühlkörper irgendwann duch Schmutz nicht mehr genug Wärme ableiten kann.
Bei 110W auf der LED habe ich "fast" schon eine doppelte Lichtleistung gegenüber den normalen 575W HMI Leuchten. Bis 130W wird die LED auch noch etwas heller, aber auch extrem heis. Bis 150W gibt es an Helligkeitsunterschied keine Steigerung, nur noch mehr wärme.
Rein vom Materialeinsatz kommt man mit 150Eur hin. Wenn man etwas handwerklich begabt ist, sollte der Umbau auch in 2-4 Stunden machbar sein. Nur muss man sich mit Strom und Messverfahren doch schon etwas auskennen. Eine LED nimmt einen eine Überspannung sehr schnell übel.
Für den Umbau benötigt habe ich: LED ca 53Eur, Netzteil 23Eur, Linsen ca 30Eur, Kühlkörper ca 15Eur, Thermoschalter Lüfter und anderres Kleinzeug ca 35Eur.
Für ein neues OSRAM 575W HMI Leuchtmittel ist man auch im schnitt 70Eur los. Über die Lebensdauer kann ich erstmal noch nichts sagen. Ich denke aber mal, dass das billige Schaltnetzteil trotz der Überdimensonierung als erstes aufgeben wird.
Mein Fazit: Einen sehr hellen LED Head für wenig Geld. Ich werde die anderren wohl auch noch umbauen und wenn Interesse besteht auch mehr Fotos machen. Leider kann ich die Leistung nicht wirklich mit einem anderren LED Head vergleichen. Aber fast doppelte Helligkeit zu der originalen Lampe für den Preis ist nice :)
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Buddhamilch
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Di, 26.03.19, 04:20

Bei dem ersten Testlauf erstmal auf Nummer sicher gehen und nur mit der halben Leistung ran. Also 75W eingestellt und immer mal die Themperatur gemessen.

Kannst Du mir (uns) mal erklären, wie man an einem 12V Schaltnetzgerät (max. 250W) die Leistung auf 75W begrenzen kann?

Mal abgesehen davon, dass ein 12V Schaltnetzgerät ohnehin die falsche Stromversorgung ist.
Eine Led benötigt einen konstanten Strom, nicht eine konstante Spannung.
networker049
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Di, 26.03.19, 16:09

Die Stromaufnahme habe ich mittels einem Labornetzteil begrenzt und mich so herrangetastet.
Bin mir ziemlich sicher, dass das verbaute Netzteil zwar nicht die beste wahl ist, aber sicher auch nicht die falsche. Strombegrenzung hin oder her, jeder wird dazu seine eigene Meinung haben.
Buddhamilch
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Di, 26.03.19, 18:07

Bin mir ziemlich sicher, dass das verbaute Netzteil zwar nicht die beste wahl ist, aber sicher auch nicht die falsche.

Falscher kann es schon gar nicht mehr sein.

Leds haben einen negativen Temperaturkoeffizienten.
Bei gleichem Strom ist die Vorwärtsspannung mit Betriebswärme geringer.
Eine Konstantstromquelle wird die Spannung entsprechend anpassen.

An einem Festspannungsnetzgerät ist das nicht möglich. Dieses liefert die Spannung, die aufgedruckt ist.
Durch den neg. Temp.-Koeffizienten steigt im Gegenzug aber der Strom durch die Led mit Betriebswärme an.

Wenn Du die Led im kalten Zustand eingemessen hast, dann mess noch einmal mit Betriebswärme.
Nach ca. 0,5 Std. sollte auch der Kühlkörper warm sein.
Und eine letzte Messung nach 2 Stunden Dauerbetrieb.
Strombegrenzung hin oder her, jeder wird dazu seine eigene Meinung haben.

Nein.
Jeder, der etwas Ahnung von der Materie hat, wird das gleiche wie ich sagen.
Ein Festspannungsnetzgerät ist das falsche Netzgerät.
dieterr
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Di, 26.03.19, 19:04

networker049 hat geschrieben:
Di, 26.03.19, 16:09
Bin mir ziemlich sicher, dass das verbaute Netzteil zwar nicht die beste wahl ist, aber sicher auch nicht die falsche. Strombegrenzung hin oder her, jeder wird dazu seine eigene Meinung haben.
Der Ansatz mit dem Labornetzteil war ja gut. Aber warum dann ein Konstantspannungnetzteil (außer, dass es da war)? Da gebe ich Achim völlig recht.

Schau dir mal das Datenblatt der verwendeten CST90 an, sofern vorhanden. Ich habe leider keines direkt gefunden. Anhand der Eb.. Angaben vermute ich mal 4 Chip seriell, deshalb dann 12-15V / 3 - 3,5V pro Chip. Wenn alles glatt läuft und deine LED aus einem schlechten Bin sind (also hohe V) hast du Glück, dann hast du die 12V erst im warmen Zustand. Im anderen Fall die 12V schon im kalten Zustand => burn-out! Leider geht in dem Fall dann das 250W NT nicht mal in die Strombegrenzung. Ein Meanwell HLG-240H-15 wäre da imho die bessere Wahl.

Andere Frage: was für einen Kollimator? hast du da direkt oberhalb der LED?


PS: das Problem Stromfresser hast du ja eigentlich nicht gelöst, sondern einfach weniger Licht als vorher, oder? Die LED kommt nach meiner Rechnung auf grob 63lm/W, die HMI auf 85lm/W. Eine schwächere HMI hätte es auch getan :)
Ob die Lebensdauer 50.000h Vs. 1000h so rauskommt, wird sich logischerweise erst zeigen.
BMK
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Mi, 27.03.19, 00:03

Sehr merkwürdig. Hier das Datenblatt zur CST-90:
http://biakom.com/pdf/Luminus_CST90.pdf

Da ist nix mit 12V, das Teil hat eine
Vf von 3,25V @3,15A bzw
Vf von 3,9V @13,5A (absolute Maximum)

Und die Lichtaustrittsfläche ist 3x3 mm und nicht 5x5 mm

Gibt es evtl. noch andere CST-90 ?
dieterr
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Mi, 27.03.19, 07:19

BMK hat geschrieben:
Mi, 27.03.19, 00:03
Gibt es evtl. noch andere CST-90 ?
Ja, siehe Ebäh, Die Luminus hat auch keine 150W.
Borax
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Mi, 27.03.19, 16:12

...das Problem Stromfresser hast du ja eigentlich nicht gelöst, sondern einfach weniger Licht als vorher, oder? Die LED kommt nach meiner Rechnung auf grob 63lm/W, die HMI auf 85lm/W.
networker049 schreibt ja von mehr Licht als vorher. Das kann schon sein, weil sich das Licht der HMI weniger gut in eine Richtung lenken lässt (die LED strahlt ja immerhin schon mal nur nach vorne). Wenn der Kollimator bei der LED sagen wir mal 80% Licht in die richtige Richtung bündelt, aber nur 50% bei der HMI ist schon was gewonnen (sehr viel ist es allerdings nicht).
networker049
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Do, 28.03.19, 16:59

Falscher kann es schon gar nicht mehr sein.
Nun ja, wenn es deiner Meinung nach Falsch ist, ok. Ich sehe aber Licht am anderren Ende. Die CST90 lief bei mir schon eine geraume Zeit am Labornetzteil, daher kann ich mit der Stomaufnahme bei warmer und kalter LED recht gut umgehen.
Jeder, der etwas Ahnung von der Materie hat, wird das gleiche wie ich sagen.
Ein Festspannungsnetzgerät ist das falsche Netzgerät.
Es ist jetzt nicht mein Gedanke gewesen, mich hier für die gewählten Bauteile zu rechtfertigen. Jeder der mag kann auch anderre nutzen!
Vielmehr war es, mein Projekt für anderrre als Denkanstoß auf zu zeigen. Ich habe im Internet anderre Projekte gesehen, wo einfach nur ein Witz an Licht nach dem Umbau herrauskommt.
Wenn ich für den umbau mehr als 250Eur pro Head benötigt hätte, wäre es sicherlich effektiver, gleich neue LED Movingheads zu kaufen.

Bei der Berrechnung der Lichtausbeute sind wohl noch viel mehr Faktoren zu berücksichtigen. Wie schon gesagt, eine HMI Lampe leuchtet in jede Richtung, bei der LED kann man das recht gut lenken.

Zur Stromaufnahme kann ich nur sagen, das ich jetzt ca 1A bei 230V (mit den anderren Komponenten zusammen) verbrauche. Als noch die HMI Leuchten verbaut waren, hatte ich Probleme 2 von diesen Heads an einer mit 16A abgesicherten Zuleitung zu betreiben. Die Stromaufnahme beim einschalten war einfach zu hoch.
dieterr
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Fr, 29.03.19, 08:04

networker049 hat geschrieben:
Do, 28.03.19, 16:59
Es ist jetzt nicht mein Gedanke gewesen, mich hier für die gewählten Bauteile zu rechtfertigen. Jeder der mag kann auch anderre nutzen!
Vielmehr war es, mein Projekt für anderrre als Denkanstoß auf zu zeigen. Ich habe im Internet anderre Projekte gesehen, wo einfach nur ein Witz an Licht nach dem Umbau herrauskommt.
Das mit der Projektbeschreibung finde ich ja auch toll, auch wenn das vielleicht nicht so rüberkam :) Und den optischen Teil finde ich auch gut gelungen. Deshalb habe ich da ja auch nicht dran rumgemäkelt :lol: :lol:

Klar kannst du ein Festspannungsnetzteil nehmen. Punkt ist aber nun mal, dass das an der Stelle nicht ideal dafür ist. Nicht jeder kann oder möchte vorher mit Labornetzteil prüfen, ob es mit seinem CST90 auch geht.


War nur noch die Frage mit der ersten Linse, was mich interessieren würde. Gerade die Optik ist ja (für mich) das spannende daran.
networker049 hat geschrieben:
Do, 28.03.19, 16:59
Bei der Berrechnung der Lichtausbeute sind wohl noch viel mehr Faktoren zu berücksichtigen. Wie schon gesagt, eine HMI Lampe leuchtet in jede Richtung, bei der LED kann man das recht gut lenken.
Klar, LED hat typ. 120°, mit aufgesetzter Linse 60° Raumwinkel, HMI 360°. Aber normalerweise mit Rückreflektor, so dass geschätzt auch 50% Licht "eingefangen" werden.

Deshalb wundert mich das "mehr Licht", vor allem bei deutlich weniger Watt und schlechterem lm/W.
Borax
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Fr, 29.03.19, 08:46

Yep. Wo Du die Optik her hast würde mich auch interessieren.
networker049
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Sa, 30.03.19, 08:35

Guten morgen,

die Linsen habe habe ich von Auer Lighting

https://www.auer-lighting.com/de/shop/s ... m-spot-12/
https://www.auer-lighting.com/de/shop/s ... vity-3-mm/
Ich hatte viele verschiedene Linsen gekauft um einfach mal zu probieren. Diese LED BERN Linsen sind für mein Projekt warscheinlich die besten.
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