100m LED Beleuchtung Decke, indirekt.

Anleitungen für "hausgemachte" LED Projekte

Moderator: T.Hoffmann

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gluehwuermchen
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So, 20.05.18, 20:52

Hallo zusammen,

dies ist mein Erster Post und hoffe auf etwas Nachsicht, falls er nicht perfekt ist. :)

Bei meinem Projekt handelt es sich um ein ausgebautes Dachgeschoss mit sichtbarem Dachstuhl (siehe Bild 2 / Dachbinderansicht).

Die oberen Balken jedes Dachbinders sollen mit LED Streifen (Schattenfuge) indirekt beleuchtet werden, (siehe Bild 1 / Detail).

Wenn die Dachbinder beidseitig beleuchtet werden, komme ich pro Binder auf auf 20m (je Seite 10m, 5m bis zur Mitte). 5 Binder sind vorhanden.

Kopfzerbrechen bereitet mir die Spannungsversorgung. Meine erste Idee war ein Hutschienen-Netzteil im Verteilerkasten, jedoch habe ich bedenken ob ich eine 15m Entfernung bis zum letzten Dachbinder überbrücken kann. Freunde haben mir Netzteile Vor-Ort (4 Netzteile pro Dachbinder / pro 5m LED Streifen) empfohlen, jedoch fehlt mir hier etwas der Platz und sehen möchte ich die Netzteile auf keinen Fall.

Nun zu meinen eigentlichen Fragen :)

Welche LED Streifen, warmweiß, 24V, insgesamt 100m könnt ihr mir empfehlen?
Wie würdet ihr die Stromversorgung lösen oder welche Tipps/Hinweise habt ihr?
Welches Netzteil könnt ihr mir empfehlen (Hutschienen oder direkt vor Ort)?
Was muss ich beachten, wenn Holz ohne weiße/reflektierender Farbe gestrichen ist? (Stärkere LEDs?)
Optional: Wäre das ganze auch über DALI sinnvoll? Was muss ich hier beachten?

Preislich sollte die ganze Lösung möglichst 3-stellig bleiben, max. im unteren 4-stelligen Bereich.

Falls ihr mehr Informationen braucht, lasst es mich wissen :) Hoffe habe alles verständlich erklärt.

Vielen Dank für eure Hilfe!

Besten Gruß, Simon
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Achim H
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Mo, 21.05.18, 07:01

Welche LED Streifen, warmweiß, 24V, insgesamt 100m könnt ihr mir empfehlen?

Preislich sollte die ganze Lösung möglichst 3-stellig bleiben, max. im unteren 4-stelligen Bereich.
1000 EUR / 100m = 10 EUR je Meter.
Da auch noch Kabel, Netzgeräte, sonstiges Installationsmaterial besorgt werden muss, muss der Preis noch kleiner sein.

Dafür kannst Du nur Schrott von Ebay oder Amazon einkaufen, keinesfalls aber eine Qualität, die auch lange hält oder Dich in anderer Weise glücklich machen könnte (zum Beispiel, wo alle Leds gleich hell und in gleicher Farbe leuchten würden).

Günstigstes Angebot hier aus dem Shop:
LumiFlex350 Eco LED-Streifen, warmweiß, 1950lm, 350 LEDs, 5m, 24V --> 49,94 EUR je 5m Rolle.
5m = 24W. CRI nur 70.

100m / 5m = 20 Rollen.
20 Rollen a 49,94 EUR = 998,80 EUR (ohne Netzgeräte, Kabel und sonstiges Installationsmaterial).
Möglicherweise bekommt man aber Mengenrabatt. Fragen kostet nichts.
mail@leds.de

Leistungsaufnahme:
20 Rollen x 24W = 480W.

Lichtstrom:
20 Rollen x 1950 Lumen = 39.000 Lumen --> entspricht in etwa einem 1000 Watt Halogenstrahler.
Kopfzerbrechen bereitet mir die Spannungsversorgung. Meine erste Idee war ein Hutschienen-Netzteil im Verteilerkasten, jedoch habe ich bedenken ob ich eine 15m Entfernung bis zum letzten Dachbinder überbrücken kann. Freunde haben mir Netzteile Vor-Ort (4 Netzteile pro Dachbinder / pro 5m LED Streifen) empfohlen, jedoch fehlt mir hier etwas der Platz und sehen möchte ich die Netzteile auf keinen Fall.
Ein Netzgerät im Sicherungskasten wäre zwar möglich, aber bei 480W und 24V müsste ein Strom von
480W / 24V = 20A
transportiert werden.

Berücksichtigt man den zulässigen Spannungsabfall von max. 3% der Nennspannung (max. 3% von 24V = max. 0,72V), wäre ein Kabel mit einem Leiterquerschnitt von mindestens 16mm² erforderlich.

Da die Leiterbahnen auf den Flexstreifen keine 20A transportieren können (die würden wegschmoren), müsste die Spannung mehrfach eingespeist werden. Typisch sollte diese nach 5m neu eingespeist werden. Hierzu muss das Kabel parallel zur Leiste verlegt werden. Die Verbindung vom Hauptkabel bis zum Lestreifen kannst Du mit kurzen Stücken Kabel (mindestens 0,5mm²) herstellen.

ca. 95m Kabel entlang der Ledleiste + ca. 15m Zuleitung bis zum Netzgerät = ca. 110m Kabel.
110m mit 16mm² in rot (Plus)
110m mit 16mm² in schwarz (Minus).

1m mit 16mm² bekommt man ab ungefähr 2,10 EUR aufwärts.
110m + 110m = 220m
220m x mindestens 2,10 EUR = mindestens 462 EUR (zuzüglich Versandkosten).

Und dann brauchst Du noch ein Netzgerät für die DIN-Schiene.
Nur als Beispiel:
Meanwell SDR-480-24 (24V, max. 480W) --> kostet ab ca. 111 EUR aufwärts zuzüglich 19% MwSt + Versandkosten = ungefähr 140 EUR Brutto.

Falls Du das oder die Netzgeräte in der Nähe der Ledsleisten verbauen könntest, wäre nur ein etwas längeres Stück Mantelleitung (3x1,5mm²) und kürzere Stücke rotes und schwarzes Kabel (definitiv dünner als 16mm²) erforderlich.
Nur als Beispiel: ein 100m Ring 3x1,5mm² kostet bei Hornbach ca. 40 EUR.
Freunde haben mir Netzteile Vor-Ort (4 Netzteile pro Dachbinder / pro 5m LED Streifen) empfohlen, jedoch fehlt mir hier etwas der Platz und sehen möchte ich die Netzteile auf keinen Fall.
In jedem Dachstuhl gibt es Ecken und Nischen, in die man ein Netzgerät (fast unsichtbar) verstecken kann.
Zum Beispiel die beiden Bretter (Verbindung vom waagerechten Balken zum First).
Wenn Du dich nicht auf den Balken setzt, sieht man das/die Netzgeräte nicht.

Anmerkung:
Ledleisten mit selbstklebender Rückseite haften nicht gut auf nacktem Holz. Eine Lackschicht ist auch nicht ideal. Da Holz ein offenporiges Material ist (bei Feuchtigkeit dehnt es sich aus, beim Trocknen schrumpft es), würde auch der Ledstreifen mit bewegt werden. Besser wäre ein Untergrund aus Kunststoff oder Metall, auf die die Ledstreifen aufgeklebt werden können.
dieterr
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Mo, 21.05.18, 09:29

Achim H hat geschrieben: Hierzu muss das Kabel parallel zur Leiste verlegt werden. Die Verbindung vom Hauptkabel bis zum Lestreifen kannst Du mit kurzen Stücken Kabel (mindestens 0,5mm²) herstellen.
Alternativ kann die Hauptleitung über das "Balkendreieick" geführt werden, dann muss du jeden 5m Streifen nur mit einer kurzen Stichleitung anbinden. Je nachdem wo du den Trafo schlussendlich verbaust, spart das schon ein paar Meter.
Ich bin aber kein Freund von 16m2 Leitungen, und würde auch eher dezentrale Netzteile (1 pro Binder) setzen.
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Achim H
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Mo, 21.05.18, 10:34

In der Rechnung ist sogar noch ein Fehler drin.
Die 16mm² reichen nur für die 15m vom Netzgerät bis zum Anfang der Ledleisten. Falls das Kabel noch 95m weiter verlegt werden muss, müssten die ersten 15m sogar 120mm² (Ø12,36mm massives Kupfer) haben. Alle 5m verringert sich der Strom um 1A, sodass alle nachfolgenden Teilstücke der Hauptleitung immer einen Hauch dünner sein dürfen. Der Spannungsabfall vom Netzgerät bis zur letzten Led darf nur nur max. 0,72V betragen.

So massives Kabelmaterial ist unbezahlbar.
gluehwuermchen
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Mo, 21.05.18, 19:35

Danke für diesen sehr hilfreichen und ausführlichen Beitrag!

Hatten uns heute nochmal beraten und sind zu dem Entschluss gekommen, dass ein Netzteil im Verteilerkasten vermutlich nicht die sinnvollste Option ist. Billig LEDs auch nicht. Budget kann also für bessere Qualität gesprengt werden :)

Habe nochmal eine Panorama-Aufnahme hinzugefügt, damit man sich das ganze etwas besser vorstellen kann. Rechts an der Ziegelwand kommt der Verteilerkasten hin und die Leitungen würden über die Decke (Installationsebene) entlang zu den Dachbindern gelegt.

Wir haben uns heute überlegt, zwischen Decke und Außenmauer ca. 10 cm Abstand zu halten und dort ein U Profil mit 7cm zu montieren. In das U Profil können dann die Netzteile gelegt werden und an der Außenseite vielleicht noch die Mauer beleuchtet werden :mrgreen:.

Somit werden wir wohl 18 x 5m warmweiß LEDs nehmen und die Netzteile direkt vor Ort verbauen.

Ich halte euch bei dem Projekt am laufenden! Falls ihr noch weitere Empfehlungen zu Netzteilen / Verkabelung / 5m LED Streifen warmweiß habt, nur raus damit :)

@Achim: Danke für die Kaufempfehlung, werde mal eine Mail schreiben ... insgesamt werden zwischen 100m und 130m LEDs benötigt, vielleicht gibt es ja Mengenrabatt :)

Danke euch!
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Mo, 21.05.18, 20:33

Der von mir verlinkte Ledstreifen ist keine Kaufempfehlung, sondern nur das günstigste Angebot hier aus dem Shop. Ich habe diese Leiste nicht ausprobiert und kann daher auch keinerlei Aussagen machen. Wenn man sich aber die Kundenbewertungen anschaut, ist die Lichtqualität, obwohl diese nur mit einem CRI von 70 angegeben wurde, möglicherweise besser, als der Wert es vermuten lässt.

Nachtrag:
Achim H hat geschrieben:Günstigstes Angebot hier aus dem Shop:
Ebenfalls günstig, allerdings ein Auslaufprodukt (Restposten):
MultiBar14 LED-Streifen, warmweiß, 100lm, 14 LEDs, 50cm, 24V --> 4,90 EUR je 0,5m.

10 Stück = 10 x 0,5m = 5m --> 10 x 4,90 EUR = 49 EUR. Das sind 0,94 EUR weniger als bei der Flexleiste.
Die Farbtemperatur ist 3000K und der CRI = 85. Allerdings sind es nur 280 Leds auf 5m Länge. Mit 2000 Lumen je 5m Länge sind diese gleich hell (50 Lumen mehr). Zum Verbinden dieser Streifen bräuchte man aber noch Direktverbinder. Alternativ können die Leisten aber auch gelötet werden.
Der einzige Vorteil wäre, dass man diese anschrauben kann. Ein spezieller Untergrund wie bei der Flexleiste (selbstklebend) ist nicht erforderlich.
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